Schon als ich mich damals, vor über einem Jahr dazu entschlossen habe, ein Auslandsjahr zu machen, habe ich gewusst, dass ich nicht davon gehen würde können ohne noch einige Male zurück zu schauen. Das mir der Abschied nicht leicht fallen würde, davon war ich überzeugt gewesen.Und jetzt? Jetzt, da nur noch so überschaubare zehn Tage zwischen mir und meiner Abreise liegen, scheinen sich eben diese zehn Tage aufzublähen, zu einer Masse an Zeit, so groß, dass es unvorstellbar erscheint, sie könnte je vergehen. Ich weiß nicht, ob es Vorfreude oder Verleugnung ist, die diese Illusion bewirken, was ich weiß ist, dass ich mich nicht viel anders fühle, als vor zehn Monate.
Doch langsam häufen sich die Momente der Klarheit, wenn man das so nennen kann. Momente, in denen mir die Ausmaße eines ganzen Jahres im Vergleich zu den verbliebenen zehn Tagen in meiner Heimat tatsächlich vollständig bewusst wird. Das Gefühl, von dem diese Momente begleitet werden, ist ein .. ungeheuerliches, ja, ich glaube, das ist das richtige Wort.
Vermischt mit der immer noch ungebrochenen Vorfreude auf dieses Jahr, mein Jahr, ergibt das jene merkwürdige Stimmung in der ich mich gerade befinde und die zu diesem Text geführt hat.
Ich wünsch euch allen einen ganz schönen Abend!
Zàijiàn,
Marlies
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