Dienstag, 16. Februar 2016

Weihnachten, Chinesisch Neujahr und mein Geburtstag

Hallo ihr Lieben!

Jap, dieses Mal habe ich wirklich lange nichts mehr von mir hören lassen und umso mehr gibt es zu berichten! Von meinem Weihnachten, dass ich in der Schule gesessen bin, einem atemberaubenden Feuerwerk am 31. Dezember und schließlich Chinesisch Neujahr, an dem ich mit meiner Gastfamilie in den Süden Taiwans gefahren bin. Aber ich will nicht zu viel verraten, lasst euch von den Bildern durch die Ereignisse der letzten Wochen führen...

Dezember

Begonnen hat der Dezember mit einem Culture Fair, bei dem alle Austauschschüler ihre Ländern den zukünftigen Outbounds vorstellen sollten . Natürlich haben wir uns schön aller Klischees bedient und in Dirndel und Lederhose an unserem rot-weiß-roten Stand Sachertorte und Kaiserschmarrn verteilt während im Hintergrund Mozart und Strauß erklangen.  

 Als asiatisches Land mit buddhistischer/taoistischer Tradition ist Weihnachten in Taiwan etwas, das aus dem Westen eingeführt wurde und hauptsächlich von der Industrie benutzt wird, um Leute zum Kaufen zu animieren (ähnlich wie Halloween bei uns). Deshalb sieht man auch vor allem in Geschäften und Einkaufszentrem viel Weihnachtsdekoration (und die hässlichsten Plastik-Christbäume, siehe oben), während zu Hause in den Familien kaum gefeiert wird, nicht einmal in meiner Gastfamilie, die der christlichen Minderheit in Taiwan angehört. Umso schöner fand ich es, dass sie für mich einen Kuchen gekauft hatten, um doch noch für ein wenig Weihnachtsstimmung zu sorgen. So sind wir dann am heiligen Abend, nach dem ich von der Schule nach Hause gekommen bin, alle zusammen gesessen, haben Kuchen gegessen und "We wish you a merry Christmas" gesungen, was sich fast ein bisschen wie Geburtstag angefühlt hat^^ 

Ich muss sagen, dass ich wirklich eine wunderbare erste Gastfamilie hatte und so ist mir der Wechsel in meine zweite Familie kurz nach Weihnachten nicht leicht gefallen. Inzwischen habe ich mich aber wieder gut eingelebt und auch meine zweite Familie liebgewonnen, in der ich nun neben den Gasteltern noch zwei ältere Gastschwestern habe.
Meine Gastschwestern Ti-Yu und Xiao-Ting
Silvester war eines meiner unvergesslichsten Erlebnisse in Taiwan. Ich hatte die Möglichkeit das riesige Feuerwerk von Tapei101 von einem Berg aus beobachten zu können und danach mit einigen Freunden zusammen auf den ersten Sonnenaufgang des anbrechenden Jahres warten.
Jänner




Im Jänner hatte ich die Gelegenheit einige Male wandern zu gehen und dabei Xiangshan Elephant Mountain und Yang Ming Shan zu besteigen. 
Letzteren zusammen mit meiner Gastschwester und ihrem Freund den ersten Schnee seit über 50 Jahren in Taipei bestaunen zu können. Tatsächlich war der Winter dieses Jahr für taiwanesische Verhältnisse ungewöhnlich kalt. was dazu geführt hat, dass es in vielen Wohnungen, die üblicherweise  nur mit Klimaanlagen, um den heißen Sommern hier zu trotzen, nicht aber mit Heizungen ausgestattet sind, nur um die 15 Grad hatte. Dennoch war es eine besondere Erfahrung in einem subtropischen Land (ein wenig) Schnee zu sehen, besonders da es für viele Taiwanesen das erste Mal in ihrem Leben war!
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Ende Jänner haben ich noch mit den anderen Austauschschülern an dem von Rotary organisierten Kulturunterricht teilgenommen, wo uns beigebracht wurde, einige taiwanesische Gerichte zu kochen. Das besondere war, dass während des Unterrichts plötzlich ein Kamerateam aufgetaucht ist, uns gefilmt und einige Schüler interviewt hat. Am nächsten Tag haben wir uns dann tatsächlich in den lokalen Nachrichten wiedergefunden! (Vielleicht muss man noch dazu sagen, dass es in einem kleinen Land wie Taiwan nicht genug Großereignisse gibt, um einen Sender 24 Stunden lang mit Nachrichten zu versorgen und so lässt es sich erklären, dass es eine Gruppe ausländischer Jugendlicher, die taiwanesisches Essen kochen, ins Fernsehen geschafft hat^^) 
https://youtu.be/BkkKqgNavkY
                                                   (Das ist der Link zu dem Video)

Samstag, 14. November 2015

Ausflüge und Fotos

Hallo ihr Lieben :)

Vor kurzem habe ich entdeckt, dass meine Kamera keinen Speicherplatz mehr hat und so musste ich alle Fotos auf den Computer laden. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich zwar viele Fotos gemacht (mehr als jemals zuvor um ehrlich zu sein, denn die Menschen hier lieben es zu fotografieren!), sie aber noch mit kaum jemanden geteilt habe. Deshalb werde ich in diesem Post einfach Bilder hochladen und kurz erzählen, was ich gemacht habe, ohne besondere Reihenfolge. Viel Spaß dabei :)

Wandern und heiße Quellen

Rund 63 Prozent der Landfläche Taiwans sind von Bergen bedeckt. So befindet sich auch die Hauptstadt Taipei in einem Tal und es bietet sich an wandern zu gehen. Das habe ich auch mit meiner Gastfamilie schon einige Male gemacht, besonders mein Gastvater geht Sonntags gerne für ein paar Stunden wandern und da die Berge wirklich unmittelbar an die Stadt grenzen muss man von mir zu Hause aus oft nicht einmal das Auto nehmen.




In Taiwan gibt es einige Vulkane und viele heiße Quellen. Ich habe zwar noch keines der berühmten Bäder besucht, aber gerade in dem Bergen kann man dem starken Schwefelgeruch, der von diesen Quellen ausgeht, kaum entgehen. Allerdings fand ich den Anblick von Pfützen mit kochendem Wasser am Wegesrand und dem weißen Nebel, den ihr bereits auf den oberen Bildern sehen könnt und der für eine ganz besondere Atmosphäre sorgt, mehr als entschädigend. 


Das Riesenrad
Ja ja, ein Selfie muss auch mal sein ;) Gerade wenn ihr im Hintergrund so schön meine Lieblingsstadt Taipei sehen könnt^^ Keine Sorge ich habe noch bessere Bilder:
 Hier sieht man wie die Berge direkt an die Stadt angrenzen
Etwas, dass mir an Taipei gefällt ist, dass man sich, egal wo man sich gerade befindet, meistens nur ein bisschen umsehen muss, um irgendwo in der Ferne den höchsten Wolkenkratzer und das Wahrzeichen der Stadt Taipei101 zu sehen

Taipei 101

Eine gute Überleitung haha ;) In meinem Destrikt gibt es noch einen anderen Österreicher, der praktischer Weise eine Flagge mitgenommen hat, die ich in meinem grenzenlosen Patriotismus natürlich vergessen habe. 
Um zur Spitze Taipei 101s zu gelangen, was für Touristen natürlich einen Pflichtbesuch darstellt, nimmt man den schnellsten Aufzug der Welt. Um den zu benutzen muss man aber allerdings Eintritt bezahlen, was der Grund ist, warum viele Taiwanesen selbst ihre Stadt noch nicht von oben gesehen haben. 

Taipei Zoo

Was allerdings dafür allerdings wirklich billig ist, ist eine Eintrittskarte für den größten Zoo Tapeis, für Erwachsene umgerechnet weniger als zwei Euro, für Kinder unter 18 Jahren die Hälfte. Der Zoo selbst ist  sehr grün, mit gepflasterten Wegen, exotischen Pflanzen und schön angelegten Gehegen, die mir allerdings manchmal etwas klein erschienen sind. Es gibt ein Reptilienhaus, einen großen Bereich für Vögel, einen für afrikanische Tiere, Haustiere und natürlich die Hautpattraktion: Pandas!
(ich habe kein gutes Bild von den Pandas, aber dafür habe ich eines von dem nahen Souvenirshop, der einzig und allein Pandas gewidmet ist: Panda-Kuscheltiere in allen Größen und Formen, Panda-Bleistifte, Panda-Handtaschen, Miniatur-Riesenräder zum Aufstellen mit winzigen Pandas in den Gondeln...)

Night Markets

Eines meiner beeindruckensten Erlebnisse hier und etwas das man auf keinen Fall verpassen sollte wenn man nach Taiwan kommt, war der Besuch eines Nachtmarktes. Ich kann nicht glauben, dass ich auf meinem Blog noch nicht davon berichtet habe! Es gibt mehrere davon in der Stadt und sie öffnen jeden Abend kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Dann findet man sich plötzlich umgeben von hunderten fremdartigen Speisen wieder, frittierte Tintenfische neben Reis- und Taro-Kuchen, rote Bohnensuppe neben Bubble-Milk-Tea neben Ananaskuchen neben Austern, Garnelen und Fleisch, dass auf offener Flamme gegrillt wird. All die Farben der blinkenden Schilder, die Schreie der Verkäufer, die ihre Waren anpreisen, die Massen an Menschen, die sich durch die schmalen Wege zwischen den Ständen schieben und wenn man den Blick nach oben richtet sieht man irgendwo zwischen den Hochhäusern, die sich dem nächtlichen Himmel über Taipei entgegenstrecken, das farbenfrohe Dach eines buddhistischen Tempels – es ist wirklich eine einzigartige Atmosphäre, in die man auf den Nachtmärkten eintaucht. 
Das Obst in Taiwan ist köstlich!






Jap, Tintenfisch. Gibt es hier in allen Ausführungen




Erinnert mich daran, bevor ich wieder nach Hause komme, dürft ihr euch alle ein Paar Socken aussuchen und ich bringe es euch mit ;)






Das Meer

Durch das Leben in der Stadt passiert es mir öfter, dass ich vergesse, dass Taiwan eine Insel ist. Hier sieht man den Hafen von Taoyuan. Ganz in der Nähe gibt es auch einen Fischmarkt: 




Essen!
 Hier noch ein paar Bilder von taiwanesischem Essen. Weil die Leute ja allgemein zu wenige Bilder von ihren Mahlzeiten machen und sie im Internet hochladen *hust*


Tee

Geburtstagskuchen aus roten Bohnen

Das ist jetzt zwar nicht typisch taiwanesisch, aber es war echt lecker ;)
Das wurde auf einer Hochzeit serviert

 Thailändisches Essen

Shaved Mango Ice Cream ist sehr beliebt hier


Genauso wie diese Bohnesuppe, eine Süßspeise, die nach dem dritten Mal probieren, tatsächlich richtig gut schmeckt!

Vogeleier

Uuuund eine Kokosnuss mit zwei Strohhalmen ;)


Ach ja, das fand ich auch sehr lustig - Juice with cheese. Enttäuschenderweise allerdings nur ein Übersetzungsfehler, schade, ich hätte gern gekostet ;)

Dadaocheng

Dadaocheng ist einer der ältesten Teile der doch sehr neuen Stadt Taipei. Ich habe ihn mit meiner Chinesisch-Klasse besucht. Es gibt einen Markt für Stoffe und Kleidung, einen berühmten Tempel, Teeläden und Apotheken, die traditionelle chinesische Medizin verkaufen.

Räucherstäbe vor einem Tempel


Zutaten der traditionellen chinesichen Medizin: getrocknete Skorpione und Würmer.

Als wir gefragt wurden, ob wir mal probieren wollen, musste ich allerdings passen...
(um fair zu sein, die getrockneten Tierchen haben nur einen kleinen Teil der unzähligen Arzneien in den traditionellen Apotheken ausgemacht und auch in einer so modernen Stadt wie Taipei verlassen sich viele Leute nach wie vor auf diese alte Heilkunst. Als lanläufige Meinung gilt, westlichtliche Medizin würde zwar eine rasche Besserung bewirken, allerdings nur die Symptome bekämpfen, während chinesische Arzneien zwar länger brauchen, um ihre Wirkung zu entfalten, dafür aber auch die Ursache der Krankheit kurieren)


Viele Teesorten

 我愛台灣
Bald schon sind es drei Monate seit ich mein Auslandsjahr begonnen habe und obwohl es natürlich auch manchmal Schwierigkeiten gibt, liebe ich dieses Land, die Kultur, die Sprache, aber besonders die Menschen, die ich hier kennen lernen durfte. Zum Glück liegen noch sieben weitere Monate vor mir über die ich euch auf diesem Blog auf dem laufenden halten werde.

Ich vermisse euch, viele liebe Grüße 
Marlies